| Marathon - die letzten 2,195 km |
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Herbert Steffny
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Wer
läuft die letzten 2,195km am schnellsten?
(12.10.2009,
aktualisiert zuletzt am 22.4.2012)
Wer ist im Finale der/die Schnellste? Die verflixten letzten 2,195 Kilometer! Mancher ist froh das 40 Kilometer Schild passiert zu haben. Über diesen letzten Abschnitt hangelt man sich irgendwie noch durch. Kaum zu glauben, dass die Elite hinten raus oft noch gewaltig beschleunigen kann. Genau genommen, wer im Marathon am Ende mächtig zulegen kann, hat sein Rennen nicht richtig eingeteilt. Aber in taktischen Rennen, wo es nur auf den Sieg ankommt, fällt die Entscheidung oft erst im Finale, wo mancher Läufer erst die Keule auspackt oder in Aussicht auf einen Streckenrekord oder eine Zeitprämie noch mal alles raushaut. Die Weltrekordrennen von Radcliffe, Gebrselassie oder Makau waren jedenfalls gleichmäßiger und am Ende eben nicht am schnellsten. Martin Lel war in der Tat ein Meister des Endspurts, den man schon vorher los werden muss, was aber nicht immer einfach sein wird. Der verstorbene kenianische Olympiasieger Samuel Wanjiru bezog in fünf Marathons von seinem Landsmann die einzige Niederlage. Allerdings war der Kenianer Wilfred Kigen beim Frankfurt Marathon 2005 schon mal hinten raus schneller und Haile Gebrselassie kann auf den letzten 2,195 km fast annähernd diese Geschwindigkeiten laufen. Er lief zudem bei seinen eher gleichmäßig gelaufenen Weltrekorden 2007 und 2008 in Berlin auf den letzten 2,195 km den letzten Abschnitt ganz alleine! Das zeigt erneut seine Klasse. 2008 lief er beim Weltrekord noch gleichmäßiger und entsprechend auf dem letzten Abschnitt langsamer, dafür aber erneut Weltrekord! Ronaldo da Costa, der eigentümliche "Eintagsfliegen-Weltrekordler" von 1998 lief in 2:06:05 Stunden in Berlin ebenfalls sensationell den Schlussabschnitt im Alleingang. Den besten Schlusssprint legte bisher allerdings der Kenianer Geoffrey Mutai hin. Beim Eindhoven Marathon 2009 hämmerte er die letzten 2,195 Kilometer in nahezu unglaublichen 6:05 Minuten herunter! Schon 2008 zertrümmerte er dort mit 6:10 Minuten regelrecht die Konkurrenz im Finale. Das Potential des 28-Jährigen scheint damit noch nicht ausgereizt, denn gleichmäßiger laufend müsste er über die Gesamtstrecke noch deutlich schneller sein. Das tat er dann auch beim Rotterdam Marathon 2010, wo er mit einem schnellen Schlussabschnitt von "nur" 6:17 auf immerhin 2:04:55 Stunden lief. Doch in diesem Rennen fand der Spurterkönig seinen Meister im Halbmarathon Spezialisten Patrick Makau, der mit 6:10 auf den letzten 2,195 Kilometern noch schneller war und in 2:04:48 Stunden siegte. Vom eigentlich marathonunerfahrenen Makau kann man in einem gleichmäßigen Rennen noch etwas erwarten... vielleicht sogar den Weltrekord! Geoffrey Mutai bestach auch auf kürzeren Distanzen mit seinem sensationellen Finale. So knöpfte er bei den Kenia-Crossmeisterschaften 2011 der ultrastarken Konkurrenz ganze 35 Sekunden über 2.000 Meter ab! In Boston 2011 zeigte Mutai dann was er kann, allerdings windunterstützt. Er lief mit 2:03:02 Stunden die schnellste je gelaufene Marathonzeit. Patrick Makau dagegen verbesserte "legal" wie vorhergesagt den Weltrekord in Berlin 2011 auf offiziell gültige 2:03:38 Stunden. Bei den Frauen wundert es nicht, dass Paula Radcliffe gleich mehrfach vertreten ist. Allerdings hätte ihr Irina Mikitenko in Berlin 2008 bei ihrem starken Finale beinahe den ersten Rang abgelaufen. Aber eine war noch schneller. Die Russin Liliya Shobukhova rannte beim Chicago Marathon 2009, wo sie Irina Mikitenko im Finale regelrecht deklassierte, fast unglaubliche 6:36 Minuten, eine Zeit, die wenige Elite-Männer normalerweise unterbieten könnnen. Das deutete natürlich darauf hin, dass sie eigentlich viel schneller Marathon laufen kann. Beim London Marathon 2010 gewann die Russin dann auch in einer viel schnelleren Zeit von 2:22:00 Stunden, aber immer noch mit dem zweitschnellsten Finale aller Zeiten in 6:53 Minuten und 2011 lief sie in Chicago den letzten Abschnitt nur minimal schneller, allerdings diesmal ihre Bestzeit mit 2:18:20 Stunden. Hier die mir bekannten schnellsten Endzeiten in min:sec von 40km bis zum Ziel: Männer:
Frauen:
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